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23. Juni 2026 · Regeneratieve Alliantie

Wie Eelco van Putten nach einem Anbau mit weniger Pflanzenschutzmitteln sucht

Eelco van Putten auf seinem Hof

Eelco van Putten führt einen Familienbetrieb, der seit Generationen Rosenkohl und andere Kulturen anbaut. Sein Ur-ur-ur-Urgroßvater hat damit angefangen; wie viele Generationen es genau sind, weiß er selbst nicht. 2003 stieg Eelco in den Familienbetrieb ein. Seitdem haben sich die angebauten Kulturen kaum verändert. Wohl aber die Art, wie er sie anbaut.

Diese Verschiebung begann vor einigen Jahren, vor allem beim Rosenkohl. Für Rosenkohl und andere Kohlgewächse wurden in den letzten Jahren immer weniger chemische Mittel zugelassen, ohne dass nennenswerte Alternativen nachkamen. Eelco machte sich auf die Suche nach anderen Wegen, seine Kulturen gesund zu halten. „Wir haben dann Leute eingeladen, die eine Vorstellung davon hatten, wie das gehen könnte." Über Google stieß er auf Ger Kappert, der seinerseits Dietmar Näser mitbrachte. „Von allen, mit denen wir gesprochen hatten, war das, was Dietmar Näser empfahl, das Realistischste."

Drei Jahre auf der Suche nach dem, was funktioniert

Vor drei Jahren absolvierte Eelco das E-Learning der Regeneratieve Alliantie und den Praxiskurs von Bij de Oorsprong und begann — gemeinsam mit Forschungen der Erzeugerorganisation Oxin Growers — zu experimentieren, hauptsächlich mit Rosenkohl. Mit Rat von Dietmar Näser und Martijn van Vijfeijken versucht Eelco Schritt für Schritt, weniger Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel einzusetzen und die Pflanze selbst widerstandsfähiger gegen Pilze und Insekten zu machen. Bodenbelüftung, Gründüngung, Flächenrotte, Komposttee, Fermente, Blattdünger: allesamt Mittel, um Bodengesundheit und Pflanzenwachstum positiv zu beeinflussen. Bodenproben zeigen, ob eine Anpassung wirkt. Wenn nicht, wird wieder etwas an die spezifischen Bedingungen auf Eelcos Hof angepasst.

„Am Ende probieren wir sehr viele Dinge aus. Manche funktionieren nicht, manche schon. Wir gehen neun Schritte zurück und zehn Schritte vorwärts."

Eelco sieht das nüchtern. „Ich hatte gehofft, dass es schneller gehen würde, aber ich muss mehr Geduld haben." Gleichzeitig steht viel auf dem Spiel. Rosenkohl ist eine arbeits- und kapitalintensive Kultur mit knappen Margen. Fällt die Ernte enttäuschend aus, spürt er das direkt in der Tasche. Deshalb greift er manchmal, wenn es wirklich nötig ist, noch auf chemische Mittel zurück, um zu verhindern, dass es zu spät wird. Für ihn ist das kein Widerspruch, sondern Teil der Suche: „Niemand kann dir sagen, wie es geht," sagt er. „Das müssen wir als Bauern gemeinsam herausfinden."

Ein Hof, auf dem unterrichtet wird

Inzwischen ist Eelco selbst Gastgeber im Rahmen der Praxisbegleitung, bei der es ums Erfahrungsteilen geht. Die Kursteilnehmer verbringen zwei Tage auf seinem Hof: die angepassten Maschinen begutachten, den Komposttee beim Absieben beobachten bis er sprühfertig ist, gemeinsam über die Felder gehen und schauen, wie die Kulturen stehen. Nach dem E-Learning ist das für viele Bauern eine willkommene Abwechslung, stellt Eelco fest: vor dem Bildschirm bekommt man schnell „viereckige Augen", und es ist einfach angenehmer, aufs Land zu gehen.

Was ihm hilft: Gerade macht jemand anderes den Kurs, der ebenfalls Rosenkohl anbaut. „Von dem könnte ich eine Menge lernen, und umgekehrt," sagt Eelco. Genau das ist auch der Gedanke hinter der Praxisbegleitung: Bauern, die mit denselben Herausforderungen kämpfen, tauschen ihre Erfahrungen aus. Ein Austausch, von dem alle profitieren.

„Ich glaube, dass es möglich ist"

Auf die Frage, warum er das alles macht, ist die Antwort überraschend schlicht: „Weil es uns auch Spaß macht zu innovieren, und weil ich glaube, dass es möglich ist." Das Experimentieren, das Entdecken von Neuem: Für Eelco macht das auch persönlich Freude. Gleichzeitig sieht er das größere Bild: Er ist überzeugt, dass diese Art des Anbaus eine Zukunft hat und eine Antwort auf die breiteren Herausforderungen sein kann, vor denen die Landwirtschaft steht. Auch wenn er noch nicht genau sagen kann, wie das aussehen wird. Das ist eben der Übergang: mit Rückschlägen und Fortschritten.

Bauern, die darüber nachdenken, dasselbe zu tun, gibt er einen einfachen Rat: „Mach das E-Learning. Und wenn du nichts damit anfangen kannst, hörst du wieder auf. Nichts ist verpflichtend."

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Bauern wie Eelco das in der Praxis angehen? Kommen Sie am 4. Juli zum Tag der Regenerativen Landwirtschaft.